
Vierzig Porzellanperlenketten, die gemäß den erforderlichen Protokollen von Mitgliedern des Kahnawake-Langhauses bereits vor der Eröffnung der Ausstellung, die sie der Öffentlichkeit präsentieren sollte, erhalten wurden. So eröffnete das McCord Stewart Museum seine Ausstellung „Wampum: Perlen der Diplomatie“ und erinnerte uns sofort daran, dass es sich bei diesen Objekten nicht um Reliquien, sondern um noch lebende politische Instrumente handelt. Für diejenigen, die sich für Protokolle interessieren, sagt diese museale Vorsichtsmaßnahme bereits das Wesentliche: Unter den Nationen des Nordostens der Indianer, Haudenosaunee, Wendat, Abenaki, trennte die Diplomatie nie das Objekt von den Worten, die es übermittelte.
Eine Rede hatte nur dann volle Gültigkeit, wenn sie von einem Wampum oder einer Perlenkette begleitet wurde. Das Design der Halskette erinnerte an die Botschaft, und die Anzahl der Perlen signalisierte die Bedeutung der übermittelten Botschaft. Dabei handelte es sich nicht um einen einfachen Austausch von Geschenken: Es handelte sich um ein internationales Protokoll, das so fest etabliert war, dass die Europäer es schließlich bis zum Beginn des 19. Jahrhunderts in ihren eigenen Verhandlungen mit indigenen Nationen übernahmen.


Das Fest kann in diesem Zusammenhang nicht wie ein Abendessen im Sinne der europäischen Höfe isoliert werden. Es ist Teil eines umfassenderen Ablaufs: Empfang der Delegierten, Beratung, Reden in einer anerkannten Reihenfolge, Überreichen von Halsketten, formelle Reaktion, dann Verteilung von Spenden und Essen in einer Geste der Gastfreundschaft. Der Vorrang war nicht in einer Sitzordnung zu sehen, sondern in der Autorität derjenigen, die die Wampums trugen und präsentierten, und in der Anerkennung der Hüter des diplomatischen Gedächtnisses. Eine in Neu-Frankreich durchgeführte Studie zeigt, dass die indigenen Völker die jährliche Verteilung von Geschenken als eine echte diplomatische Verpflichtung der Franzosen betrachteten, ein Beweis dafür, dass es ihre Logik des Gebens war, die den Neuankömmlingen aufgezwungen wurde, und nicht umgekehrt.

Keine Quelle erlaubt es uns, ein detailliertes Menü oder einen festen Veranstaltungsort für diese Treffen zu rekonstruieren. Das diplomatische Gedächtnis bevorzugte das Wort, die Halskette und das Bündnis gegenüber dem kulinarischen Inventar.
Dies ist eine Lektion für sich: Der Pomp des Protokolls wird nicht immer an den auf dem Tisch platzierten Gerichten gemessen, sondern manchmal an der symbolischen Dichte eines Objekts, das für sich allein in der Lage ist, ein Wort, eine Erinnerung und einen Beweis der Übereinstimmung zu tragen.



